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FAC Team für Wien


vs.


Nussdorfer AC 7:3


 

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8.2.2011 - Sportplatz FAC Trainingsplatz - ~20 Zuschauer

Testspiel

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Es ist 17:20 Uhr, ich habe die Zeit etwas vertrödelt, um 18:00 Uhr fängt das Spiel an. Die Kamerasachen sind schnell eingepackt, ich muss noch quer durch Wien fahren um zum Sportplatz des FAC zu gelangen. Laut Navigationsgerät sind es stolze 24 km, hoffentlich ist auf der Tangente kein Stau. Stau gibt es zum Glück keinen, dafür läuft der Verkehr zäh, normal für diese Uhrzeit. Dank meiner "zielstrebigen Fahrweise" bin ich fünf Minuten vor Anpfiff am Ziel, ich bekomme sogar genau vor dem Eingang des Platzes einen Parkplatz. Ich steige aus, neben meinem Auto geht gerade der Schiedsrichter fix und fertig umgezogen vorbei auf die Anlage, ich frage mich woher er kommt, normalerweise sieht man keinen Schieri so zum Platz gehen.

 

Ein paar Zuseher warten schon auf den Anpfiff, genau in der Mitte der Zuschauerplätze ist eine Kamera aufgebaut die wohl das ganze Spiel aufzeichnen wird. Ich setze mich auf eine freie Holzbank und das Spiel zwischen dem Floridsdorfer Athletiksport-Klub und dem Nussdorfer Athletiksport-Klub beginnt, Regionalliga West gegen Oberliga B, ein Zweiklassenunterschied. Der Trainer vom FAC ist niemand geringerer als Christian Prosenik, ehemaliger Spieler u.a. von Rapid Wien und 24 facher österreichischer Nationalspieler. In der 3. Klasse hatte ich schon einmal das Vergnügen gegen ihn zu spielen, bei einem Prominentenfutsalspiel in der Wiener Stadthalle Halle B durfte ich ihm ebenfalls hautnah auf die Füße schauen. Leute die ihn besser kennen rufen ihn "Prosal", auf mich macht er einen sympathischen und am Boden gebliebenen Eindruck, ein Mensch den man einfach mag.

 

Das ist mein drittes Testspiel in Folge, doch so deutlich wie hier war der Klassenunterschied noch nie zu sehen. Die FACler in weiss spielen von Beginn an stark auf und erarbeiten sich viele Chancen, es dauert nicht wirklich lange und der Nussdorfer Goalie kann das erste Mal an diesem Abend den Ball aus seinem Tor holen. Erstaunlicherweise schafft NAC gleich zwei Minuten später den Ausgleich zum 1:1, doch der FAC drückt weiter und zur Pause steht es 3:1. Das Spiel ist gut und äußerst fair, es geschehen kaum Fouls und die paar die passieren sind nicht der Rede wert. Beide Mannschaften bleiben in der Pause am Platz, Prosenik gibt seinen Spielern neue Anweisungen, er wechselt auch.

 

Anpfiff zur zweiten Halbzeit, die Einwechslung von Prosenik zieht sofort und sein Spieler macht das 4:1. Mittlerweile befinde ich mich in bester Gesellschaft, ein junger geistig Behinderter steht einen Meter hinter mir und macht permanent Motorgeräusche. Damals beim Zivildienst arbeitete ich in einer Behindertenwerkstatt (Lebensart Sozialtherapie, eine tolle Einrichtung), seine Geräusche stören mich nicht. Nach einem Tor fragt er mich wieviel es steht, er scheint ein Fan des FAC zu sein und feuert seinen Verein auch kräftig an. Seine Unterstützung scheint zu wirken, der FAC macht das 5:1, ich kann diesen schönen Treffer aufnehmen.

 

 

 

Ich komme mit einem Pesionisten neben mir auf einer anderen Holzbank ins Gespräch, er erzählt mir er komme zu jedem Heimspiel des FAC und das der FAC erst vor kurzem St. Pölten knapp geschlagen hat. Er sagt auch, dass die guten Spieler erst noch eingewechselt werden, er kennt all ihre Namen. Genauso kommt es dann auch, Prosenik wechselt gleich mehrere Leute auf einmal, die guten Spieler stehen nun am Platz. Der ältere Herr neben mir meint "Nun fallen sicher noch mehr Tore", es sollte jedoch ganz anders kommen. Nach diesem Wechsel gelingt dem FAC nur mehr wenig nach vorne, dafür hat der NAC mehrere Chancen, ist fast ebenbürtig und macht das 6:2.

 

 

Vor allem ergeben sich viele Chancen für den NAC durch hohe schnelle Bälle die in den Raum hinter dem linken Außenverteidiger gespielt werden, dieser ist mit seinem äußert schnellen Gegenspieler oft überfordert. Am Ende steht es 7:3, das letzte Tor in diesem Spiel macht der FAC.

 

 

 

Der FAC gewinnt hochverdient in einem torreichen und fairen Spiel mit 7:3. Nach dem Spiel verlassen alle Spieler den Platz und gehen raus auf die Straße, nun wird mir auch klar warum der Schiedsrichter zu Beginn von der Straßenseite kam. Die Kabinen liegen weiter entfernt vom Trainingsplatz, der kürzeste Weg dorthin führt anscheinend über die Straße und nicht über die Anlage. Am Trainingsplatz befindet sich nur noch Christian Prosenik, der vor der Kamera ein Interview gibt. Ich packe meine Kamera ein und gehe zum Auto, dort kommt mir Prosenik entgegen. Noch bevor ich überhaupt etwas sagen kann grüßt er, ich frage ihn "Und, zufrieden mit dem Spiel?". Er sagt: "Ja, doch nach dem Wechsel fehlte etwas die Ordnung". Ich stimme ihm zu und verabschiede mich, danach geht es mit dem Auto wieder die 24 km rüber auf die andere Seite der Donau.

 

 


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