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Eintritt frei
Dieses Spiel lässt sich eigentlich schwer in Worte fassen. Die erste Halbzeit erinnerte etwas an das letzte Spitzenspiel gegen Altach, es wurde viel geackert und gekämpft, meistens war es nicht unbedingt schön zum Ansehen. Der Admira war die Anspannung deutlich anzumerken, mit drei Punkten hätte man den Meistertitel und den Aufstieg in die österreichische Bundesliga so gut wie fix in der Tasche. Ein paar gute Tormöglichkeiten gab es auf beiden Seiten, bei beiden Mannschaften konnten sich aber die Torhüter auszeichnen und machten alle Chancen zunichte. Kurz vor Pausenpfiff musste der Lustenauer Goalie doch noch einmal hinter sich greifen, Sulimani schoß in der 45. Minute das 1:0 für die Admira, in der Südstadt ging es richtig ab.
Nach der Pause ließ die Leistung der Admira stark nach, Lustenau witterte seine Chance und die Voralberger sicherten sich immer mehr Spielanteile. Was dann passierte, darf eigentlich nie und nimmer passieren. Innerhalb von 20. Minuten kassierte die Admira drei Tore, alle davon waren unnötig und wären vermeidbar gewesen. Im Stadion war es schon nach dem 1:2 sehr ruhig, man war einfach geschockt. So recht glaubte niemand mehr daran, dass die Admira aus dieser Partie noch etwas zählbares mitnehmen könnte. Doch nur zwei Minuten nach dem 1:3 gelang den Mödlingern der 2:3 Anschlußtreffer. Die Hoffnung erwachte wieder und war überall spürbar, es wurde auch wieder laut in der Südstadt. Die Euphorie von den Tribünen strahlte bis zum Platz runter und trug fortan das Spiel der Admira nach vorne. In der 85. Minute gelang der Ausgleich, eine Minute später musste ein Lustenauer mit gelb roter Karte nach unnötigem Wegschießen des Balles vom Platz. War hier noch mehr drinnen, vielleicht sogar drei Punkte? JA es war mehr drinnen! Jezek, der heute wiedermal eine absolute Traumleistung zeigte, schoß zu Beginn der Nachspielzeit das 4:3 Führungstor für die Admira, es gab in der Südstadt kein Halten mehr, Gänsehaut machte sich breit. Kurz vor Spielende wurde ein Konter über Sulimani und Jezek noch zum alles entscheidenden 5:3 Endstand abgeschlossen. Die Admira hat nun ein Spiel vor Saisonende drei Punkte Vorsprung auf Altach und kann nur mehr über das Torverhältnis im letzten Spiel vom Aufstieg abgehalten werden. Nach Spielende ließ sich die Mannschaft zurecht von den Fans feiern. Wer im Stande ist, so ein Spiel noch zu drehen, der hat es auch verdient am Ende der Saison ganz oben zu stehen.
Ein Wahnsinnsspiel, das eine wahre Gefühlsachterbahn war. Das letzte Mal, als ich so etwas miterleben konnte, war 2005 beim Championsleague Finale zwischen Liverpool und Milan, als Liverpool in der zweiten Halbzeit einen 0:3 Rückstand aufholte und dann im Elfmeterschießen gewann. Fraglich fand ich nur, dass trotz freien Eintritts sich nur rund 7000 Zuschauer in der Südstadt einfanden. Trotzdem war es ein toller Fußballabend, bei dem ich Glück hatte, dabei gewesen zu sein. Eigentlich wollte ich zum Sportklub gehen, aber da viele Freunde sich für die Admira entschieden, ging ich mit ihnen mit. Eine gute Entscheidung.
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