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Vor der Arbeit wollte ich noch ein Spiel mitnehmen, halbwegs auf dem Weg war dieses hier: Landstraßer AC gegen Ostbahn XI in der Wiener Stadtliga. Vorab konnte man in einem Forum lesen, dass der LAC sich schlecht bis garnicht für die neue Saison verstärkt hätte und vorab schon als Abstiegskandidat gehandelt wird. Ich war gespannt auf die Partie und wollte mir selbst ein Bild davon machen.
Der Sportplatz war von der U-Bahn weg gleich gefunden, einmal durfte ich am Sportplatz LAC selbst schon spielen und kannte somit den Weg. Beim Eingang gab es erstmal einen kleinen Schock als mir der Pensionist hinter der Kassa versicherte, dass es keine ermäßigten Eintrittskarten für Studenten gebe, nur Pensionisten kämen in den Genuss einer verbilligten Karte. Beim Fav AC letztens zahlte ich 4€ Eintritt, dieses mal stolze 7€. Etwas zuviel in meinen Augen, nichtmal der Preis auf der Eintrittskarte stimmte aber was solls. Drinnen am Sportplatzareal war noch nicht viel los, aber ein paar Leute machten es sich schon auf der kleinen Tribüne bequem, andere statteten der kleinen Kantine einen Besuch ab. Ich suchte mir einen Platz neben den Ersatzbänken im Schatten, kurz vor Spielbeginn wurde es doch noch voller und ein paar ältere Herren stellten sich neben mich. Sie quatschten über die gesamte Spielzeit über die aktuelle Situation beim LAC, so konnte man einiges erfahren. Angeblich flattern permanent irgendwelche Rechnungen und Mahnungen ein, meine 7€ Eintrittsgeld schienen demnach wenn es nicht nur Gerüchte waren dringend gebraucht zu werden. Wenn wir schon beim Thema Geld waren fiel mir auch ein anderer Gedanke ein: Was machen die kleinen unteren Ligen in 10 bis 20 Jahren? Wer schon einmal bei unterklassigen Spielen war, wird wissen, dass es dort nie viele Zuschauer gibt und die paar, die kommen, sind fast alle Pensionisten. Von jüngeren Generationen kommt fast nichts nach, wenn die alten Zuschauer weggestorben sind bin ich gespannt wie der Zuschauerschnitt und die finanzielle Situation aussehen wird. Die Verbände werden sich in Zukunft sicher etwas einfallen lassen müssen, um die unteren Ligen für neue Zuschauer attraktiv machen zu können.
Das Spiel ging dann los, zu Beginn war es auch noch eine halbwegs ausgeglichene Partie. Kurz vor der Pause steckte ein Ostbahner den Ball schön durch die Verteidigung durch, der Stürmer mit der Nummer 10 lief alleine auf das Tor des LAC zu und schloß eiskalt ab, 0:1 für die Gäste. Nach der Pause wurd die körperliche und die spielerische Unterlegenheit des LAC dann doch recht deutlich und Ostbahn XI nutzte seine Chancen. Der Trainer des Landstraßer Athletik Club stand während des gesamten Spiels da und versuchte seiner Mannschaft von der Seitenlinie mit taktischen Anweisungen noch zu helfen. Am Ende half alles nichts und Ostbahn XI gewann das Auftaktspiel in der Wiener Stadtliga gegen den LAC ungefährdet mit 1:4.
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